Eine Kachel fehlt
Velten · V12

Kriegsgefangenenlager Mühlenstraße (Anhaltspunkt)

Unterkünfte und LagerLageradressen Nr. 30 und Nr. 31 belegt, genaue Lage wahrscheinlich; Veltag-Lager nicht gleichgesetzt

Zivillager Mühlenstraße 31: Das Sterbebuch der Stadt Velten (1942 bis 1945) nennt «Mühlenstr. 31» als Wohnort zweier Verstorbener, eines Ostarbeiters und eines Kindes. Angezeigt wurden die Todesfälle durch den Lagerführer. Hier bestand also ein ziviles Lager für ausländische Arbeitskräfte.

Kriegsgefangenenlager Mühlenstraße 30: Unmittelbar daneben lag das Arbeitskommando der Stadt Velten mit 150 französischen Kriegsgefangenen (Wachlager, ab Dezember 1943, Fernsprechanschluss 1943 beantragt, im September 1944 genannt). Ein Veltag-Lieferschein vom 15. Februar 1940 ist an ein «Gefangenenlager, Mühlenstraße» gerichtet, ein Gefangenenlager bestand hier also schon Anfang 1940.

Nach heutiger Nummernfolge fehlt die Nr. 30 zwischen den Häusern 29 und 31A, dort liegt der Volkspark. Der Block zwischen Wilhelmstraße und Luisenstraße ist unbebaut (Flurname «Zur Alten Weide»). Die Lage ist deshalb wahrscheinlich, aber nicht bewiesen.

Nach Briefen von 2000 und 2002 bestand an der Mühlenstraße außerdem ein Zwangsarbeiterlager der Veltag, dessen Bauplan im Ofen- und Keramikmuseum liegt. Ob es mit diesen Lagern identisch ist, ist nicht Lageradressen Nr. 30 und Nr. 31 belegt, genaue Lage wahrscheinlich; Veltag-Lager nicht gleichgesetzt.

Lage: Anhaltspunkt an der Mühlenstraße 31 (heute 31A), Ecke Luisenstraße. Nach der heutigen Nummernfolge (Nr. 29 und 31A) lag die Nr. 30 unmittelbar westlich davon, wo heute der Volkspark steht. Hausnummern von 1943 können von den heutigen abweichen. · 52.69404, 13.17380

Quellen: Sterbebuch Velten 1942 bis 1945 (Eintragungen mit Wohnort Mühlenstr. 31; Namen hier nicht genannt); BLHA Rep. 2A I Kom 5884 (Mühlenstraße 30); Veltag-Lieferschein vom 15.2.1940 (Ordner Geschichtsprojekt 2004); Briefe 2000 und 2002 (Projektordner); Google Maps und OpenStreetMap (heutige Nummernfolge). Noch zu klären: Bauplan Ofenmuseum, Luftbild 1943 bis 1953, Kataster.

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