VVN-Mahnmal an der Poststraße
Im Grünstreifen der Poststraße, nahe der Einmündung der Bahnstraße, steht ein Mahnmal aus Granit: eine hohe Stele mit dem Emblem der VVN, einem roten Winkel mit den Buchstaben «VVN», davor zwei niedrige Blöcke mit Inschrift. Auf dem Foto vom Dezember 2023 ist nur «… zum Gedenken» zu lesen; der volle Wortlaut ist noch zu erfassen. Wer das Mahnmal wann errichten ließ, ist nicht belegt. Das VVN-Emblem spricht für eine Entstehung in der Zeit, in der die VVN in der Sowjetischen Besatzungszone und der frühen DDR bestand (bis 1953). Das ist eine Einordnung, kein Beleg.
Gedenken am 9. November
Am 9. November 2026 um 18:00 Uhr lädt die Initiative zum Gedenken gegenüber dem Mahnmal, an der alten Post (Bahnstraße Ecke Poststraße), ein, unter anderem an Carl Calm, der nach Zeitzeugenaussagen 1935 in der Viktoriastraße an den Pranger gestellt wurde (sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt).
Zur VVN
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes entstand 1945 und 1946 aus Zusammenschlüssen Überlebender in allen vier Besatzungszonen. Eine Delegiertentagung in Frankfurt am Main beschloss im Juli 1946 eine Satzung, im März 1947 gründete die Interzonenkonferenz die gesamtdeutsche VVN. Ihr Symbol war das rote Dreieck, der Winkel der politischen Häftlinge in den Konzentrationslagern. Sie setzte sich für Erinnerung, Hilfe für Überlebende, Entschädigung und die Bestrafung der Täter ein; am 12. September 1948 rief sie in Berlin zu einem Gedenktag für die Opfer des Faschismus auf. Als gemeinsames Vermächtnis nennt sie den Schwur der überlebenden Häftlinge von Buchenwald vom 19. April 1945.
Die VVN nach 1948
Schon bald spaltete der Kalte Krieg die Vereinigung. 1948 erklärte die SPD die Mitgliedschaft in der VVN für unvereinbar mit der Parteizugehörigkeit, bekannte nicht kommunistische Verfolgte wie Eugen Kogon und Heinz Galinski traten aus. In der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR geriet die VVN ab 1949 und 1950 unter den Druck der SED; führenden Mitgliedern wurden Westkontakte vorgeworfen, jüdische Mitglieder wurden verfolgt, einige flohen 1952 und 1953 in den Westen. Am 15. Januar 1953 löste die DDR die VVN auf und ersetzte sie durch das Komitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer. In der Bundesrepublik gab es in den 1950er Jahren mehrere Verbotsversuche; die VVN-BdA nennt ein 1962 gescheitertes Verfahren. Seit den 1970er Jahren steht sie als VVN-BdA (Bund der Antifaschisten) auch Menschen offen, die nicht verfolgt wurden. 2002 verschmolzen die West- und die Ostorganisation zur heutigen VVN-BdA, die sich als überparteilich versteht; in Brandenburg besteht seit 2007 ein Landesverband mit Sitz in Potsdam. Ob es in Velten eine Gruppe der VVN-BdA gibt, ist nicht bekannt.




Lage: Anhaltspunkt im Grünstreifen der Poststraße nahe der Einmündung der Bahnstraße, wenige Schritte vom Bahnhof Velten (Mark), nach OpenStreetMap; die Gedenkveranstaltung am 9.11.2026 findet gegenüber an der alten Post statt (Ecke Bahnstraße und Poststraße). Nicht eingemessen, Abweichung einige zehn Meter. · 52.68600, 13.17220
Quellen: Eigenes Foto des Mahnmals (Jens-Martin Krieg, 16.12.2023); Einladung der Initiative zum Gedenken am 9.11.2026; Wikipedia (englisch), «Association of Persecutees of the Nazi Regime – Federation of Antifascists» (Sekundärquelle, eigene Zusammenfassung); VVN-BdA, «Über uns» (vvn-bda.de), «Die VVN wird 75» (Pressemitteilung, vvn-bda.de) und Landesverband Brandenburg «Wir über uns» (brandenburg.vvn-bda.de), jeweils Selbstdarstellung der Organisation; Quellenstelle German History Docs, «Kundgebung der VVN im Berliner Lustgarten anlässlich des Gedenktages der Opfer des Faschismus, 12. September 1948»; OpenStreetMap. Offen: Errichtungsjahr, Stifter und voller Inschriftentext (Stadt Velten, Heimatverein, Stadtarchiv Hennigsdorf fragen).
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